19. Juni 2026
Zwischen den Sets
Ich kam wegen der Musik. Geblieben ist alles darum herum.
Ich kam mit der Erwartung, mich vor allem an die Bands zu erinnern.
Auf eine Art stimmt das natürlich. Das Line-up war der Grund zu fahren. Die Musik war der Grund zu packen, zu reisen, anzukommen und irgendwo unter Stoff einen Schlafplatz zu finden.
Aber sobald ich dort war, wurde das Festival grösser als der Timetable.
Es war der Campingplatz, der langsam wach wurde. Der Weg zwischen den Bühnen. Gespräche vor Zelten. Staub, Hitze, Bier, Warten. Die Entscheidung, ob man bleibt, wo man ist, oder dem nächsten Sound entgegenläuft.
Es war das Gefühl, ein paar Tage draussen zu leben, während irgendwo immer Musik in der Ferne liegt.
Ich war nicht dort zum Arbeiten. Nicht als akkreditierte Fotografin. Nicht mit dem Ziel, jeden Moment in Content zu verwandeln.
Einmal war ich einfach dort.
Manchmal ist die Musik nicht nur auf der Bühne. Manchmal liegt sie darin, wie ein Ort für kurze Zeit zu seiner eigenen Welt wird.
Das hat mich überrascht.
Ich dachte, ich würde vor allem an die Auftritte zurückdenken. Stattdessen blieb ich bei allem hängen, was zwischen den Sets passiert ist.
Der Raum, bevor die Lichter ausgehen.
Der Weg zurück danach.
Die Art, wie ein Festival fremde Menschen für einen Moment verbindet. Nicht, weil sie sich kennen. Sondern weil sie sich durch dasselbe Wochenende bewegen.
Dorthin kehrt Indigo immer wieder zurück.
Nicht nur der Artist. Nicht nur die Bühne. Nicht nur der Song.
Der ganze Raum.
Oder in diesem Fall: das ganze Feld.
See you in the Listening Room.